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ADHS – ein fragwürdiges Konstrukt?
Eine kritische Beleuchtung aus individualpsychologischer, pädagogischer und soziologischer Sicht, Teil 2
Jürg Rüedi
ADHS ist eine heute aktuelle Diagnose. Immer mehr Menschen fragen sich, ob sie davon betroffen sind. In der medizinisch orientierten Fachliteratur steht ADHS für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und beschreibt eine Entwicklungsstörung, die typischerweise im Kindesalter beginne und durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet sei.
Im ersten Teil kam Alfred Adler mit seiner individualpsychologisch-tiefenpsychologischen Perspektive zu Worte. Ihm war es wichtig, den Menschen als Individuum mit einer subjektiven Zielgerichtetheit («Lebensstil») zu verstehen. Im zweiten Teil sollen kritische Stimmen zu ADHS aus Psychologie, Pädagogik und Soziologie vorgestellt werden, wirft doch dieses Konstrukt viele Fragen auf, die zu wenig aus einer interdisziplinären Perspektive diskutiert werden.
